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Vetternwirtschaft aus Personalnot? Das Paradoxon der AfD

AfD-Anhänger rechtfertigen Vetternwirtschaft oft mit Personalmangel aus Angst vor Stigmatisierung. Doch wer sich für die Partei schämt – warum wählt er sie?

Vielen AfD-Wählern scheinen die internen Widersprüche der Partei völlig egal zu sein. Man gewinnt den Eindruck, dass sie andere Sorgen haben, als sich ernsthaft mit den tatsächlichen Inhalten oder den Praktiken der Partei auseinanderzusetzen. Ein bezeichnendes Beispiel ist die Vergabe von Posten an Familienmitglieder. Wenn man Anhänger mit dieser offensichtlichen Vetternwirtschaft konfrontiert, hört man oft eine erstaunliche Rechtfertigung: Es fänden sich – trotz hoher Umfragewerte – schlichtweg kaum Menschen, die bereit seien, offiziell für die Partei zu arbeiten.

Zwar wird ein solcher Personalmangel von der Parteispitze offiziell dementiert, doch an der Basis dient dieses Argument extrem häufig als Schutzbehauptung. Meiner Meinung nach ist das eine äußerst fadenscheinige Ausrede für klassischen politischen Filz.

Diese Argumentation führt unweigerlich zu einer spannenden Frage im Umkehrschluss: Schämen sich die Unterstützer der AfD eigentlich in der Öffentlichkeit? Wenn sich angeblich niemand wegen drohender gesellschaftlicher Ausgrenzung traut, für die Partei zu arbeiten, ist es den Menschen offenbar peinlich, beruflich oder gesellschaftlich mit ihr in Verbindung gebracht zu werden. Und wenn das so ist: Warum macht man dann überhaupt sein Kreuz bei einer Partei mit einer derart verkorksten politischen Ausrichtung, zu der man nicht einmal offen stehen möchte?

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