Gedanken der Woche KW07
Manchmal fühlt sich eine Woche an wie ein Feed: ein Thema kippt ins nächste, und am Ende bleibt weniger „die eine große Story“ hängen als ein paar gute Marker. Diese Woche geht es erneut um digitale Unabhängigkeit, KI-Sicherheit, Apple-Design, einen Angriff auf die EU-Kommission, Discords neue „teen-appropriate experience“, Horizon Hunters Gathering und ein netter Zeitvertreib für alle, die mal System‑Admin sein wollen.
Zeit für einen neuen Wochenbeitrag. Die siebte Kalenderwoche ist fast vorbei und ich habe mir diese Woche ein wenig mehr Mühe gegeben, ein paar interessante und lesenswerte Dinge zusammenzutragen. Nicht nur für mich, sondern auch für euch, für dich.
Im Zuge der ganzen #DigitalIndependence-Bewegung habe ich mir vor ein paar Wochen ein Google Pixel 10 gekauft. Nach den ersten Gehversuchen mit Android und Google, habe ich schnell eingesehen, dass dieses "Don't be evil"-Google gar nicht funktioniert. Ständig wird man aufgefordert irgendwo zuzustimmen oder irgendwo für seine Daten freizugeben.
Also habe ich nach Recherche und Anleitung das GrapheneOS installiert. Ich habe mich dabei für die Installation per Web Installer entschieden weil das am einfachsten erschien.
Dafür habe ich mir den ungoogled-chromium Browser mit homebrew heruntergeladen. Hier findest du die Downloads.
Die Installation war dann auch in weniger als einer Stunde vollbracht und eine komplett neue Welt öffnete sich für mich. Krass auch, wie schnell und zügig sich alles plötzlich angefühlt hat. Die Menüs, das Scrollen, einfach alles alles. Selbst nachdem ich einen ganzen Haufen an Apps aus den verschiedenen App-Stores wie F-Droid Basic und Aurora Store installiert hatte. Was mir auch noch positiv aufgefallen ist, wenn man mal so eine Verschlankungskur macht, wie wenig Benachrichtigungen man doch erhält. Eine wahre Wohltat ist das. Mehr Infos zu den Apps findest du auf der Seite über meine Telefone.
Mittlerweile bin ich tatsächlich auch so weit, dass ich mein eigentliches Hauptgerät, das iPhone 15 Pro, immer öfter auch mal zu Hause lasse. Einziger Wermutstropfen ist, dass ich nun auch wieder meine EC-, Bus- und Kreditkarten mit herumtragen muss. Einen langen Erfahrungsbericht habe ich noch auf der Todo-Liste und mache auch fleißig Notizen. Kommt also vielleicht noch mal.
Da bietet es sich an, für alle die umsteigen wollen, dass Google das Pixel 10a früher als erwartet veröffentlichen will (Android Police / Wired). Ja, BigTech und kein Google und so - doch haben sich Reparierbarkeit und die Möglichkeit GrapheneOS zu installieren, als sehr robust und gut herausgestellt. Besonders auch mit Hinblick auf die Wartbarkeit und dass es bis zu 7 Jahre Updates für die Plattform geben soll. Bis dahin, wird GrapheneOS vielleicht auch eigene Hardware herausgebracht haben. Zumindest schreiben sie, dass sie da was in der Planung haben. PiunikaWeb
Apple bereitet die nächste MacBook‑Generation mit der M5‑Silicon‑Familie vor. M5 Pro und M5 Max sollen die leistungsstärkeren MacBook Pro‑Modelle antreiben, während das MacBook Air dank des neuen Chips eine verbesserte Dauerleistung im lüfterlosen Betrieb bekommen soll. 9to5Mac und MacRumors zeigen wachsende Ungeduld über ein substantielles Design‑Update.
OpenAI testet erste Werbeformate innerhalb von ChatGPT, die zunächst für Nutzer der Free- und Go-Pläne in den USA ausgespielt werden. Während Konkurrent Anthropic den Vorstoß bereits humorvoll in einem Super-Bowl-Spot parodierte, verspricht OpenAI eine hohe Relevanz durch gesponserte Inhalte, die sich direkt an den laufenden Chats orientieren. Nutzer behalten die Kontrolle über ihre Daten und können die Personalisierung jederzeit deaktivieren; ein Starttermin für den europäischen Markt steht derweil noch aus. Engadget
KI-Workflows verlagern sich zunehmend auf die lokale Ausführung kleiner Sprachmodelle, um die Abhängigkeit von Cloud-APIs zu durchbrechen. Während mobile Experimente und gerätespezifisches Fine-Tuning die Nutzung in ressourcenarmen Umgebungen optimieren, treiben neue Frameworks für strukturierten Web-Konsum und Red-Teaming die Entwicklung agentenartiger Werkzeuge voran. Parallel dazu sorgen Fortschritte in der Infrastruktur – von Multi-GPU-Inferenz bis hin zu beschleunigtem Modell-Laden – für eine maximale Hardware-Ausnutzung. sdfprotocol, localgpt.com und promptfoo unterstreichen das Ziel, die Hürden für Offline-Experimente zu senken und transparente, offene Entwicklungswerkzeuge zu etablieren.
Ein erfolgreich bekämpfter Hack ist kein Grund zum Feiern, sondern ein Zeichen dafür, dass die Sicherheitslücke zu spät entdeckt wurde. Das Mobile‑Device‑Management‑System (MDM) der Europäischen Kommission, Ivanti EPMM, wurde am 30. Januar kompromittiert, obwohl Ivanti bereits am 29. Januar einen Hotfix veröffentlicht hatte; WatchTwr stellte am selben Tag einen Proof‑of‑Concept vor, der den Exploit demonstrierte, und die IT‑Abteilung bemerkte den Einbruch erst neun Stunden später – ein Zeitfenster, das die EU zwar als „zügig“ lobte, aber die eigentliche Frage offen lässt, warum ein Angriff überhaupt erst möglich war. csoonline.com
Horizon Hunters Gathering ist Guerrilla Games’ überraschender Ko‑Op‑Spin‑off, der die Wartezeit auf Horizon 3 um Jahre verlängert und damit die Community spaltet. Die ersten beiden Teile habe ich sehr genossen. Aloy ist eine tolle Protagonistin und die Welt von Horizon ist einfach wunderschön. Daher begrüße ich grundsätzlich die Idee, dass es mehr von dieser Welt geben wird. Das Spin-Off jedoch greift auf Monster‑Hunter‑ähnliche Jagd‑Mechaniken zurück und wird von Push Square als Vorbote eines möglichen neuen PlayStation Live‑Service‑Modells präsentiert. Während ein Teil der Fans die verzögerte Solo‑Story von Aloy bedauert, sieht der andere das kooperative Konzept als erfrischende Abwechslung – und hofft, dass es besser wird als das missratene Lego‑Spin‑off und vielleicht sogar auf der kommenden Switch 2 erscheint. Die Reaktionen der Gaming-Community sind allerdings eher negativ. Ich selbst, mag ja diesen Comic-Stil, doch auch ich muss zugeben, dass mich die ersten Videos und Bilder sehr stark an Fortnite erinnern. Push Square | GamesRadar
Discords neue „teen‑appropriate experience“ ist ein riskantes Experiment, das mehr Fragen aufwirft, als es löst. Ab März starten alle Konten mit stark eingeschränktem Zugriff; erwachsene oder altersgeschützte Inhalte werden erst nach einer Gesichtserkennungs‑Verifizierung (kurzes Selfie‑Video) oder dem Hochladen eines amtlichen Ausweises freigeschaltet, während sensible Inhalte unscharf bleiben und strengere Limits für altersbeschränkte Server gelten. Kritiker bemängeln, dass die Verifizierung leicht umgangen werden kann. Außerdem schließt ein solches Verfahren einen Teil der Gesellschaft aus, während das eigentliche Problem – das Verhindern problematischer Inhalte – ungelöst bleibt.
Obwohl das Roll-out erst für März geplant ist, wurden bereits einige Nutzer zur Verifizierung aufgefordert. Hierfür nutzt Discord den Drittanbieter‑Dienst „Persona“, der ebenfalls von Reddit und Roblox eingesetzt wird – letzteres wird von Millionen Kindern genutzt. Interessant ist, dass hinter „Persona“ Peter Thiel steht, der Gründer von Palantir. Das sollte zumindest Alarmglocken läuten lassen. Ich will nicht suggerieren, dass Palantir bereits Kinderdaten sammelt, um später erwachsene Gesichter zu ergänzen, aber die Vorstellung ist beunruhigend.
Als das öffentlich wurde, kündigte Discord offiziell an, nach alternativen Anbietern zu suchen, und versucht nun, sich von allen Verbindungen zu „Persona“, Thiel und Palantir zu distanzieren. Kotaku
Unabhängig davon wurde kürzlich ein Datenleck bei einem von Discord genutzten Drittanbieter entdeckt, bei dem über 70 000 Datensätze gestohlen wurden. Das wirft weitere Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes auf. The Verge
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Zum Abschluss noch eine kleine Herausforderung für alle, die mal System‑Admin sein wollen und an einem kalten Sonntag lieber nicht das Haus verlassen.
Das Layer8Problem ist ein Survival‑Test für SysAdmins, der zeigt, wie absurd der IT‑Alltag werden kann.
Willkommen bei GlobalCorp. Du bist der SysAdmin. Du bist gefangen in der Support‑Hölle. Jeden Morgen wachst du auf und hoffst, dass der Serverraum abgebrannt ist – aber nein, die Lichter blinken noch. Dein Chef hält IT für Voodoo‑Zauber, der nichts kosten darf. Deine Kollegen denken, das Internet ist „dieses blaue E“. Und du? Du bist der Hausmeister für digitalen Müll. DEIN ZIEL: Überlebe bis 16:30 Uhr. Lass dich nicht feuern. Raste nicht aus. Und lass dich nicht von der Ticket‑Lawine begraben.
Es gibt drei Schwierigkeitsgrade – Freitag, Mittwoch und Montag – wobei Montag eindeutig die härteste Herausforderung darstellt. Teste dein Glück als System‑Administrator und sieh, wie lange du dem Chaos in Layer8Problem standhalten kannst.