Wenn Einer Eine Reise Macht
Gedanken zur Rückreise nach einem Kurzurlaub auf der Mein Schiff 7 und den damit verbundenen Herausforderungen.

Das Sprichwort kennt man: Wenn jemand eine Reise macht, dann kann er etwas erzählen. Eigentlich gäbe es gar nicht so viel zu berichten – und doch möchte ich ein paar Gedanken zur Rückreise loswerden. Vielleicht auch einfach, um sie für mich abzuschließen.
Abschalten an Bord
Der Kurzurlaub auf der Mein Schiff 7 war insgesamt sehr angenehm. Die Kabine war in Ordnung, das Essen gut – sofern man das Surf & Turf ausklammert. Über La Spezia und das Hideki kann ich nichts Negatives sagen. Ausflüge haben wir bewusst keine gemacht. Es ging uns darum, dem Alltag zu entfliehen und wirklich abzuschalten.
Und genau das hat funktioniert. Ich habe wieder ein Buch gelesen – zum ersten Mal seit Jahren. Außerdem habe ich angefangen, handschriftlich Tagebuch zu führen. Das Schreiben von Hand tut mir gut. Es hilft mir, Gedanken zu sortieren und Dinge zu reflektieren. Das möchte ich beibehalten. Die Tage an Bord waren ruhig, entspannt und genau das, was wir gebraucht haben.
Die Rückreise
Die Rückreise war das genaue Gegenteil.
Schon kurz nach unserer Ankunft am Flughafen wurde der Flug von Las Palmas nach Düsseldorf um über eine Stunde verschoben. Kurz darauf fiel die gesamte Gepäckabfertigung aus – Server-Absturz. Was folgte, war Chaos und vor allem fehlende Kommunikation. Keine Durchsagen, keine klaren Informationen, überforderte Mitarbeiter.
Als es schließlich weiterging, war die Abflughalle überfüllt. An den Schaltern staute sich das Gepäck, Koffer wurden neben den Bändern abgestellt. Auch die Sicherheitskontrolle war völlig überlastet. Rücksichtslosigkeit machte sich breit – Kinder und ältere Menschen wurden schlicht übergangen. Dafür habe ich wenig Verständnis.
Am Gate folgte die nächste Verzögerung. Und selbst an Bord ging es nicht los: Falsch verladenes Gepäck musste wegen der Gewichtsverteilung umgeladen werden. Am Ende starteten wir mit über zwei Stunden Verspätung.
Etwa eine Stunde vor der Landung kam dann die nächste Nachricht: Aufgrund des Nachtflugverbots in Düsseldorf würden wir in Köln landen. Busse nach Düsseldorf seien organisiert – so hieß es zumindest.
In Köln stellte sich heraus, dass nicht alle Koffer angekommen waren. Von den angekündigten Bussen war nach langer Wartezeit nichts zu sehen. Also standen wir mitten in der Nacht in Köln – ohne Gepäck, ohne Anschluss.
Schließlich brachte uns ein Taxi nach Düsseldorf. Es war fast 3 Uhr morgens.
Danach
Die Heimfahrt war angespannt: Dichter Nebel, Schneematsch und einige Lkw-Fahrer, die bei diesen Bedingungen viel zu schnell unterwegs waren. Kurz vor 7 Uhr morgens kamen wir schließlich zu Hause an. Nach einer heißen Dusche fielen wir erschöpft ins Bett.
Die Reise selbst war schön. Das Feuerwerk auf Madeira war beeindruckend, die Tage an Bord erholsam. Die Rückreise hingegen war eine einzige Zumutung.
Bis heute hat sich Eurowings nicht gemeldet. Bekannten zufolge transportiert die Airline Gepäck nur mit regulären Flügen weiter – je nachdem, wo Platz ist. Es kann also dauern, bis unsere Koffer wieder auftauchen.
Abwarten und Tee trinken. Mehr bleibt im Moment nicht.