Vom Suchen und Finden beim Prompten
Passend dazu habe ich diese Woche eine Idee aufgeschnappt, die mich vor allem beim Arbeiten mit KI-Agenten beschäftigt hat.
Das Zitat lautet:
„Fragen werden beantwortet, während man sich bewegt, nicht bevor man sich bewegt. Mit einer teilweise richtigen Antwort voranzukommen, füllt die Lücken normalerweise schneller, als darauf zu warten, bis man einen Plan hat, der perfekt richtig ist.“
Das bringt die Sache ziemlich genau auf den Punkt, wenn es um moderne Softwareentwicklung mit KI geht.
Es ist oft ein schmaler Grat. Auf der einen Seite steht die „One-Shot-Falle“: Man versucht endlos, den perfekten, allumfassenden Master-Prompt zu konstruieren, um ein Projekt im Voraus komplett zu lösen. Auf der anderen Seite führen zu kurze oder vage Prompts ohne Kontext zu völlig falschen Erwartungen und unbrauchbaren Ergebnissen.
Die Lösung liegt in der Mitte – und genau hier greift das Zitat. Effiziente Arbeit mit KI braucht einen agilen, schrittweisen Ansatz.
Man startet mit einer klaren Zielsetzung für den ersten, überschaubaren Projektschritt und lässt den Agenten einen Entwurf generieren. Eine „nur“ teilweise richtige Antwort ist dabei kein Rückschlag, sondern wertvolles Material. Fehlerhafte Tests oder unerwartete Ergebnisse dienen als Taschenlampe, um die Unklarheiten in den eigenen Anweisungen aufzudecken. Durch diese stetige Vorwärtsbewegung schließt man Lücken im System wesentlich schneller und sicherer, als wenn man vor dem leeren Editor auf den perfekten Plan wartet.
Vor allem lassen sich Fehler so direkt im Keim ersticken. Bei großen Projekten sprengen die Anzahl der Dateien und die Menge des Codes ohnehin schnell das Kontext-Fenster der KI. Daher: Klein anfangen. Ein Basis-Projekt hinstellen, es so formen, wie man es wirklich haben will, und dann Schritt für Schritt Features anbauen. Der Rest erledigt sich, und die Lücken füllen sich dann einfach unterwegs.
Happy Coding.