LG webOS 2025 – Ein Erfahrungsbericht zwischen Wahnsinn und Wow
Ein Erfahrungsbericht über die Einrichtung des LG OLED55C55LA mit webOS 2025 – zwischen fragwürdiger Nutzererfahrung und beeindruckender Bildqualität.
Gestern haben wir unseren neuen LG OLED C5 (OLED55C55LA) eingerichtet. Oder sagen wir besser: Wir haben uns von webOS einrichten lassen – auf einem recht turbulenten Weg zum Ziel.
Einrichtung – sieben Häkchen später
Schon die ersten Minuten ließen nichts Gutes ahnen. Übersetzungen, die klingen, als wären sie durch mehrere Übersetzer-Engines gewandert. Fünf bis sieben Nutzungsbedingungen, je nach Landeseinstellung. Wer alles brav bestätigt, darf fortfahren – andernfalls bleibt der Fernseher im gefühlten Setup-Karussell stecken.
Dazu kommt Werbung im Hauptmenü, unklare Menüpunkte und eine Navigation, die wenig intuitiv wirkt. Wenn man etwa alle Registerkarten ausblendet, bleibt nur ein einziger Menüpunkt: „Bearbeiten“. Weiße Schrift auf braunem Hintergrund. Leerraum inklusive.
Side note: Das Hauptmenü erinnert ein wenig an frühe Smart-TV-Interfaces, nur dass man damals weniger akzeptieren musste, um sie zu benutzen.
Serverfehler, App-Chaos und Standortroulette
Besonders kurios wurde es bei folgender Meldung:
The LG services country information could not be retrieved from the server.
Egal ob Deutschland, Niederlande, USA oder "Sonstige" (EU_Others) – nichts funktionierte. Erst über die ThinQ-App ließ sich der Fernseher vollständig einrichten, nach Zustimmung zu sämtlichen Tracking- und Analysebedingungen, versteht sich.
Nach der Umstellung auf „EU_Others“ durfte ich sämtliche Apps neu sortieren, den Nutzungsbedingungen erneut zustimmen und diverse Systemeinstellungen anpassen. Erst dann erschien endlich die Seite für die Kontenanmeldung – nur um festzustellen, dass mein Konto auf Deutschland registriert war.
Also wieder zurück zum deutschen Standort. Der Fernseher startet dabei jedes Mal neu – das inoffizielle webOS-Ritual. (Einmal ist Zufall, zweimal Feature.)
Danach waren erwartungsgemäß alle Apps durcheinander, ergänzt um neue Einträge wie Disney+, Rakuten TV, Public Value, LG Radio+ und LG Travel+. Teilweise sind diese mit Standort Deutschland gar nicht verfügbar.
KI-Taste, Chromecast und das AirPlay-Rätsel
Interessant wurde es, als ich die KI-Taste auf der Fernbedienung gedrückt hielt, um den Sprachassistenten zu testen. Nach Zustimmung zu weiteren Bedingungen fragte das System plötzlich, ob ich Google Chromecast verwenden möchte.
Ein kurzer Test mit dem VLC-Player auf dem iPhone zeigte: Musik ließ sich tatsächlich direkt an den Fernseher streamen. Der integrierte Medienplayer startete automatisch, zeigte das Cover an und sogar die Lautstärke meiner Soundbar ließ sich über das iPhone regeln – das war überraschend nahtlos.
Aber eigentlich wollte ich ja AirPlay testen. Und siehe da: diesmal klappt’s. Kontrollzentrum öffnen → Bildschirm-Synchronisierung → Fernseher auswählen → Code eingeben → läuft. Zuvor wurde der TV zwar erkannt, aber der entscheidende AirPlay-Code erschien nie. Warum es jetzt plötzlich funktioniert, bleibt ein Rätsel – aber immerhin funktioniert es zuverlässig.
Note: Es lag vermutlich nicht am WLAN. Sowohl im 5 GHz- als auch im 2,4 GHz-Band lief AirPlay stabil.
Fazit – Zwischen Frust und Faszination
Die Einrichtung war eine Geduldsprobe – keine Frage. Selbst für technikaffine Nutzer ist der Prozess unnötig kompliziert, von den ständig wechselnden Ländereinstellungen ganz zu schweigen. Trotzdem: Wer diese Hürde einmal genommen hat, wird belohnt.
Das Panel ist schlicht überragend. Ein tiefes, sattes Schwarz, hohe Spitzenhelligkeit, präzise Farben und beeindruckendes HDR mit Dolby Vision. Filme und Serien in 4K wirken gestochen scharf, und Streaming-Apps wie Netflix, Prime Video, Crunchyroll, Jellyfin oder Plex laufen einwandfrei.
Würde ich ihn wieder kaufen? Ja – aber in erster Linie wegen des Displays. Die Software bleibt Geschmackssache. Oder wie ein Kollege treffend sagte:
„Ich kauf das Ding nur wegen des Panels – die Software nutze ich eh kaum.“
Kurioses zum Schluss
Das sogenannte Doppel-Display-Feature erlaubt zwei Apps nebeneinander – etwa TV links und den gespiegelten Laptop rechts. Das Ganze läuft im quadratischen Layout mit großen schwarzen Balken oben und unten – praktisch, aber optisch gewöhnungsbedürftig.
Positiv überrascht hat dagegen die Bild-in-Bild-Funktion. Zielgenau mit der Magic Remote auf den schmalen Steuerbalken zielen, und schon lässt sich das kleine Fenster frei über den Bildschirm verschieben – ein simples, aber erfreulich gut umgesetztes Detail.
Technische Daten: LG OLED C5 (OLED55C55LA)
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Displaygröße | 55 Zoll (139 cm) |
| Paneltyp | OLED Evo |
| Auflösung | 4K UHD (3 840 × 2 160 px) |
| Bildwiederholrate | 120 Hz (Native) |
| HDR-Unterstützung | Dolby Vision, HDR10, HLG |
| Prozessor | α9 AI Processor 8K (Gen 7) |
| Betriebssystem | webOS 25 |
| Sprachsteuerung | ThinQ AI, Google Assistant, Alexa |
| Streaming | AirPlay 2, Chromecast Built-in, Miracast |
| Audio | Dolby Atmos, AI Sound Pro |
| Anschlüsse | 4 × HDMI 2.1, 3 × USB, LAN, optisch, Bluetooth 5.1 |
| Baujahr | 2025 |
| Modellbezeichnung | LG OLED55C55LA |
Fazit in einem Satz
Ein hervorragendes OLED-Panel in einem Gerät, das bildtechnisch begeistert – aber softwareseitig noch Nachhilfe vertragen könnte.