Sonntag, 29. März 2026
Zwischen Kubernetes, Proxmox und Tyria: Ein Sonntagsgedanke
Es ist mal wieder Sonntag und irgendwie habe ich Lust, etwas in diesen Blog zu schreiben. Schließlich habe ich ihn genau dafür erstellt.
Momentan habe ich auf der Arbeit ziemlich viel zu tun, was sich auch auf mein Privatleben auswirkt – nichts Schlimmes, aber es beschäftigt mich. Es sind Projekte, die wirklich Spaß machen. Wenn ich nach Hause komme, habe ich oft das Gefühl, noch mehr machen zu müssen. Daran weiterzuarbeiten. Ich möchte das Wissen, das ich über den Tag erworben habe, vertiefen und kann nicht so richtig loslassen.
Ist das schlimm? Muss das aufhören?
Es gibt einfach so viele coole Dinge, die ich ausprobieren will. Da ist zum einen dieses nervige Kubernetes. Ich werde wohl nicht drumherum kommen, mir das Wissen anzueignen. Wobei ich weiterhin der Meinung bin, dass Kubernetes für Umgebungen mit weniger als 100 Entwicklern nicht die richtige Technologie ist, um Dienste wie ein Wiki, GitLab mit CI/CD oder andere Dinge bereitzustellen.
Dann ist da noch Proxmox VE. Das finde ich wesentlich übersichtlicher und bei weitem nicht so kompliziert. Wobei Kubernetes wahrscheinlich gar nicht so kompliziert sein müsste. Ich habe jedoch das Gefühl, dass Kubernetes viel „Trial-and-Error“ bedeutet, während ich mit Proxmox und LXCs deutlich schneller saubere und vorzeigbare Ergebnisse liefern kann.
Dazu kommt mein eigener Anspruch: Alles, was ich installiere und lerne, möchte ich dokumentieren. Hauptsächlich für mich, aber auch für andere Interessierte. Das nimmt ebenfalls eine ordentliche Portion Zeit in Anspruch.
Trotzdem fällt es schwer, am Abend einfach mal abzuschalten. Manchmal hilft Fernsehen, manchmal ein Spaziergang. Das sagt auch eine neue Studie, über die ich diese Woche im Podcast 15 Minuten gehört habe. Der Mythos mit den zehntausend Schritten am Tag ist ja ohnehin schon lange widerlegt. Oder Gartenarbeit.
Weil ja bald Ostern vor der Tür steht, habe ich mich gestern durchgerungen und am Nachmittag vor dem Haus das Unkraut entfernt und mit dem Hochdruckreiniger die Mauer von Moos und Grünspan befreit. Ohne Kopfhörer, ohne Musik, ohne Podcast. Einfach nur draußen sein und an nichts denken. Kein Grübeln, kein Nachdenken, kein Abschweifen. Das tat richtig gut. Entsprechend tun mir heute – ich bin ja eher der Computer-Nerd – die Finger, der Rücken und die Knie weh. Man ist es einfach nicht mehr gewohnt.
Update: Eigentlich wollte ich auch noch einen langen Gedanken zur Politik loswerden. Doch dazu habe ich tatsächlich keine große Lust. Eines muss ich aber doch loswerden. Ich kann die Sorgen von vielen sehr gut nachvollziehen. Die aktuelle Situation in der Welt und wie sich das auf die Menschen auswirkt, ist nicht schön. Ein einziger verwirrter Typ hält die gesamte Welt auf Trab. Das muss man sich mal vorstellen. Ein völkerrechtswidriger Krieg gegen ein Regime, das Terror, Hass und Tod exportiert hat und alle scheinen nur ratlos zuzuschauen. Einen Plan scheint es nie gegeben zu haben. Wir alle möchten für die Menschen im Iran ein besseres Leben. Doch so hat sich das wohl niemand vorgestellt.
Eine andere Ablenkung ist seit ein paar Wochen Guild Wars 2. Das Spiel ist fast 15 Jahre alt und bietet so viel Inhalt und Storytelling, dass es richtig Spaß macht, erneut in eine fremde Welt abzutauchen. Schön ist vor allem, dass man sich Zeit lassen kann. Es gibt keine Abogebühren und der Free-to-Play-Anteil ist sehr umfangreich.
Natürlich hat F2P auch Nachteile. Man hat zwar keinen Zeitdruck durch Gebühren, aber viele Komfort-Features sind nur durch den Kauf von Edelsteinen (Echtgeldwährung) verfügbar. Vieles braucht man nicht zwingend, aber zusätzliche Inventarplätze sind schon sehr hilfreich.
Insgesamt ist GW2 im Vergleich zu anderen Spielen sehr gut gealtert. Die Grafik ist stimmig und das Kampfsystem wurde mit jedem Add-on komplexer, sodass auch „alte Hasen“ noch etwas lernen können. Einsteiger finden sich trotzdem schnell zurecht. Auch wir, die nach über acht Jahren wieder reinschauen, sind von den Möglichkeiten zwar etwas überwältigt, aber das trübt den Spielspaß nicht. Man kann alles im eigenen Tempo angehen. Die Add-ons sind zudem regelmäßig im Angebot; wir haben gerade die ersten drei Erweiterungen mit über 40 Prozent Rabatt erstanden.
Wer komplett neu einsteigt, bekommt für ca. 100 Euro das Basisspiel plus drei von fünf Add-ons – das bietet Inhalte für viele Monate. Da können viele aktuelle Titel nicht mithalten.
Dafür, dass ich eigentlich gar nicht wusste, was ich schreiben soll, ist es nun doch recht viel geworden. In diesem Sinne: Einen schönen Sonntag und einen guten Start in die Woche! Ich hoffe, die Zeitumstellung hat euch nicht allzu sehr erwischt – ist ja leider eine Stunde weniger als sonst.
Da ich oben schon so viel geschrieben habe, hier noch die 5 Dinge der Woche:
5 Dinge der Woche
- WTH der Woche: Wer hätte es gedacht. Niantic nutzt Standortdaten von Pokémon Go und Ingress, um Lieferroboter von Coco Robotics zu trainieren. Dein Spaziergang hilft also Robotern, den Weg zu finden.
- Security-Read: Ein spannender Artikel von ProPublica darüber, wie Microsoft Sicherheitswarnungen ignoriert hat, um Regierungsaufträge nicht zu gefährden: Federal Cyber Experts Thought Microsoft’s Cloud Was “a Pile of Shit.” They Approved It Anyway..
- Gesellschaft: Ein Medienpädagoge erklärt bei Watson, warum ein Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige der falsche Weg ist.
- Zitat der Woche:
Hugh Grant: "It's been very, very depressing watching Big Tech kidnap their lives, and to see children really finding it very, very difficult to get properly interested in anything that isn't a screen."
In diesem Sinne: Einen schönen Sonntag und einen guten Start in die Woche! Ich hoffe, die Zeitumstellung hat euch nicht allzu sehr erwischt – ist ja leider eine Stunde weniger als sonst.
Tschüss!