Wenn es wieder zurück ins Büro geht

Ich bin wieder im Büro, jeden Tag der Woche. Das sei nun möglich, weil im neuen Gebäude ja die neue Klimaanlage, bzw. Umluftanlage installiert sei. Diese würde so gut funktionieren, dass nun wieder mehr Leute gleichzeitig im Raum sein dürfen. Ich finde das nur etwas merkwürdig, da wir nur eine Luftzufuhr gefunden haben, an der Decke, und nicht feststellen konnten, wo die verbrauchte Luft abgesaugt wird.

Als geimpfte Person habe ich allerdings auch nicht ein so großes Problem damit, mit meinen Kollegen, die ich seit mehr als 12 Monaten nur in der Videoschalte gesehen habe, den ganzen Tag in einem Raum zu sitzen. Andere wiederum weiter runter den Gang sind aber schon fest davon überzeugt, dass man gar keine Maske mehr tragen müsste. Manche können sich einfach nicht an Regeln halten.

Auf der anderen Seite ist der Weg zurück ins Büro aber auch eine echte Möglichkeit, die Monotonie der Arbeit zu Hause zu durchbrechen. Nicht dass ich das Arbeiten von zu Hause aus schlechtreden will, so weiß ich dennoch, dass ich heute im Büro nicht so produktiv sein werde. Da immer mehr Kollegen den Weg zurück ins Büro finden, wird man natürlich auch öfter in Gespräche verwickelt. Das ist gut und bestimmt auch wichtig, allerdings verbringe ich dann auch mehr Zeit auf der Arbeit, um mein Pensum zu erfüllen.

Immerhin habe ich einen festen Arbeitsplatz und muss mir nicht jede Woche einen neuen Schreibtisch reservieren. Am liebsten würde ich mir ja ein geschlossenes Büro suchen um in Ruhe arbeiten zu können. Programmieren geht nun mal nicht gut, wenn nebendran jemand den ganzen Tag von einer Telefonkonferenz zur nächsten springt. Natürlich mit Personen, die im Home-Office sind und nicht ins Büro müssen. Da wir keine smarten Geräte oder Bluetoothkopfhörer verwenden dürfen, gibt es auch keine richtige Möglichkeit zur Geräuschunterdrückung. Mehr Lautstärke ist da auch keine Lösung.

Ansonsten sind die neuen Büros eher schlicht eingerichtet. Vier Schreibtische, in der Höhe verstellbar, allerdings nicht elektrisch oder manuell. Das Licht kommt von der Decke und ist durch einen an der Wand befestigten Controller steuerbar. Das Interface ist langsam und ungenau. Verstehe nicht, wie man so etwas kaufen kann. Das Licht lässt sich in nicht vorhersehbaren Stufen regeln. Mal hell, mal dunkel und nie so wie man es eigentlich haben möchte. Auch lassen sich keine Zonen einstellen und jeder hat dieselbe Helligkeit.

Meine Internetverbindung ist zu Hause besser. Stell dir das mal vor. Ich bin nicht so produktiv wie bei der Arbeit von zu Hause aus. Für einige Manager ist das kontraintuitiv, für andere macht es absolut Sinn. Es ist unterhaltsam, einige meiner besten Kollegen zu sehen. Allerdings sind nur wenige von ihnen persönliche Freunde. Die täglichen Besprechungen am Morgen habe ich schon vermisst, und keine Videokonferenz-App kommt an diese heran. Wie auch? Viele haben keine anständige Internetverbindung und wir arbeiten teilweise noch mit Software, die gefühlt in der Steinzeit entwickelt wurde.

Irgendwie glaube ich, sind wir an einen Punkt angekommen, dass wir nie alle gleichzeitig mehr im Gebäude arbeiten werden. Einige finden ihr Home-Office so toll, dass sie wohl immer und ewig dort bleiben werden. Für andere wiederum ist es nie eine Lösung gewesen. Einige Arbeiten kann man einfach nicht von zu Hause aus erledigen. Programmieren schon, aber Hardware oder Server warten eben nicht. Ob die Zeit für die älteren Mitarbeiter schwieriger war als für jüngere? Ich weiß es nicht. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Irgendwie ist alles komplizierter geworden.

Der schönste Teil des Tages ist eigentlich nach Hause zu kommen. Mir wird dann immer bewusst, dass ich viel mehr Fahrrad fahren sollte, anstatt mit dem Auto durch die Stadt zu kurven. Zu Hause kochen wir dann gemeinsam, oder sie kocht, wir essen und ich räume auf. Ja, mehr Fahrrad fahren.

Zurück ins Büro hat bestimmt auch Vorteile. Glaube ich.

Beitrag 14 der #100DaysToOffload Herausforderung.