11. September

Heute ist der 20. Jahrestag der Anschläge vom 11. September. Ein Tag in der Geschichte der westlichen Welt, den mal wohl gerne vergessen oder auch ungeschehen machen möchte. Vieles kommt aktuell wieder hoch. Viele, die nach dem 11. September geboren wurden, sind heute Anfang 20 und wissen gar nicht genau, was damals geschehen ist und wie die Anschläge unsere Welt verändert haben. Mitunter hat sich Vieles bei der Handhabung der Privatsphäre und im Bereich der Überwachung geändert.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wo ich zu diesem Zeitpunkt gewesen bin. Wir haben gemeinsam in der Kantine der Graf-York-Kaserne gesessen, als ein damaliger Kamerad hereinkam und meinte, die Türme in New York seien eingestürzt, weil zwei Flugzeuge reingeflogen seien. Wir alle haben es anfangs erst für einen Scherz gehalten und gelacht. Bis wir dann zurück in der Einheit waren und es tatsächlich auf dem Fernseher im Pausenraum gesehen haben. An normalen Tagesdienst war sodann nicht mehr zu denken. Alle haben gebannt auf den Fernseher geschaut und auch in den nächsten Tagen gab es fast kein anderes Thema mehr.

Auf der Seite der Bundeswehr gibt es einen Beitrag mit weiteren Erinnerungen von Kameraden und Kameradinnen: Die totale Erinnerung – Die Terroranschläge vom 11. September 2001 (bundeswehr.de)

20 Jahre später ist der Einsatz in Afghanistan vorbei. Viele Veteranen, die in Afghanistan waren, stellen sich Fragen wie „Haben wir etwas falsch gemacht?“ oder „War das alles umsonst?“. Ich glaube nicht, dass der Einsatz in Afghanistan umsonst war. Die gebrachten Opfer waren nicht vergeblich. Lesenswert ist dazu das Interview mit dem ehem. Generalinspekteur General a.D. Kujat auf den Seiten des Deutschen Bundeswehr Verbandes.

"Kabul, Afghanistan" by Defence Images is licensed under CC BY-NC 2.0
A view over Camp Qarga and the Afghan National Army Officer Academy in Kabul, Afghanistan at sunrise. „Kabul, Afghanistan“ by Defence Images is licensed under CC BY-NC 2.0

Einen so lange laufender Einsatz zu analysieren braucht allerdings auch seine Zeit. Das Fehler gemacht wurden, ist vielen bewusst. Wie sich manche Politiker allerdings benommen haben, finde ich teils ziemlich grotesk. Vor allem im Hinblick auf die kommenden Wahlen ist es jetzt wichtig, richtig hinzuschauen und zu prüfen, welche Dinge für kommenden Einsätze verbessert werden müssen. Dass die Bundeswehr unter Personalmangel leidet und vor allem mit Ausrüstungsmangel zu kämpfen hat, sollte jedem bewusst sein.

Militärseelsorger: Bundeswehreinsatz in Afghanistan war nicht umsonst

Trotz des Vormarschs der Taliban in Afghanistan hat der Militärseelsorger Joachim Simon den jahrelangen Einsatz der Bundeswehr in dem Land verteidigt. Der Einsatz sei nicht umsonst gewesen, sagte Simon am Dienstag gegenüber katholisch.de.

Joachim Simon – katholisch.de

Ich bin kein aktiver Kirchengänger, doch kann ich diesen Worten nur zustimmen.

Zurzeit sieht es überhaupt nicht danach aus, dass die Taliban irgendetwas gelernt hätten. Auch wenn sie sich aktuell noch moderat verhalten, so glaube ich, dass sie wieder in ihre alten, mittelalterlichen Strukturen zurückfallen und Menschenrechte mit Füßen treten werden. Ich glaube aber fest daran, dass einige der Menschen, die dort leben, zumindest etwas gelernt haben. Vielleicht die jüngere Generation. Doch die scheint sich allzu leicht von hässlicher Propaganda beeinflussen zu lassen. Aber wir sollten die Hoffnung nicht ganz aufgeben, denn vielleicht ist doch etwas hängengeblieben.

Beitrag 15 der #100DaysToOffload Herausforderung.